Rückblicke 2021

 

in der Zeit der Coronapandemie

 

April, April, der weiß nicht was er will!

In diesem Corona-April 2021 trifft dieses Sprichwort nicht nur auf das Wetter zu, sondern besonders auf die allgemeine Lage in ganz Deutschland.

Wir Vertriebenen aus Böhmen haben schon manche schlimme Zeit miterlebt; Krieg,  Vertreibung, ungewolltes Suchen nach einer neuen  Heimat; Hunger, Kälte und Armut.

Große Krankheitsausbrüche in ganzen Land, wie beispielsweise TBC, Gelbsucht, Masern, Kinderlähmumg, Durchfallerkrankungen, Keuchhusten u.a. haben in den Nachkriegsjahren zahlreiche Todesopfer gefordert. Das war sehr schlimm, auch für uns, die wir damals Kinder und Jugendliche waren. Es gab kaum Medikamente und Betreuung, aber wir haben es überstanden.

Heute gibt es zwar medizinische Betreuung und auch Medikamente gegen die gegenwärtige Virusgrippe, aber leider scheidert die Behandlung der gesamten Bevölkerung an der Organisation. Wir haben die modernste Nachrichtentechnik, Transportmittel und genügend Ärzte, aber das Zusammenspiel funktioniert einfach nicht und viele Menschen leiden und sterben.

Im Lied "Derham is derham" welches Anton Günther 1895 schrieb, stehen die Zeilen:

Do draußen in der Walt,
ja do gieht's pulisch zu,
wos der aane aufmacht,
macht der andere wieder zu.

Auch in Lied von 1920 über die "fallische Politik" steht:

Dr aane is rut der andere grü, a bar zerrn har, die andern hie.

Heute, in der Zeit der Corona-Pandemie, treffen diese Worte leider auf ganz Deutschland zu, was die täglich sich ändernden Vorschriften und Informationen angeht.

Trotz allem und eigentlich gerade wegen des Durcheinanders,

freuen wir uns auf den Frühling 2021

 

Görkau im Frühjahr 2015

 

Trotz allem und eigentlich gerade wegen des Durcheinanders,

bleibt Ostern das christliche Fest der Auferstehung von Jesus Christus.

Der Görkauer Freundeskreis wünscht allen Heimatleuten

ein frohes und gesegnetes Osterfest !

 

Osterfamilie

Osterfamilie- Bild von Sieger Köder

 

Aktueller Hinweis:

Auf der Seite " Die Stadt Görkau " wurde am Ende der Zeittabelle zu 1945/46, sowie auf der Seite "Die Vertreibung" ein Nachtrag zur Vertreibung und zum Internierungslager für Deutsche in Görkau/Jirkov eingefügt.

 

 

 

 

Titelzeichnung und Gedicht zum Monat März
aus dem Buchkalender: Erzgebirge -Saazerland 2021

 

Gedanken in Coronazeiten :

Ein-SICHT-ig

 Die Lage in diesen unsicheren Corona-Zeiten

ist undurchsichtig.

 Fahren wir deshalb auf Sicht:

Auf Vor-Sicht und Klar-Sicht.

Auf Rück-Sicht und Weit-Sicht.

Auf Über-Sicht und Zuver-Sicht.

 Später, nach Durch-Sicht

der Geschichtsbücher,

sind wir einsichtiger

und haben mehr Ein-Sicht –

vielleicht auch mehr Nach-Sicht

in jeder Hin-Sicht.

                                                                               Peter Schott, in: Pfarrbriefservice.de

 

***

 

Feber oder Februar –

das ist hier die Frage?

 

Lichtmeß -

was bedeutet der Begriff?

Ebenso Jänner oder Januar; was ist richtig, wo ist es richtig; in welchem Land der deutschen Sprache werden diese Monatsbezeichnungen verwendet?

Wie bezeichneten unsere Vorfahren in Böhmen die Monate des Jahres?

 

Als Böhmen noch bei Österreich war – vor (mehr als) 100 Jahr -, da war es auch in Nordböhmen üblich, die ersten zwei Monate des Jahres Jänner und Feber zu nennen. Gelegentlich finden sich diese Bezeichnungen auch heute noch in Österreich und in Süddeutschland oder in der Schweiz.

In Kalendern,  Sprichwörtern und Bauernregeln, wird oftmals nur der Jänner (auch Jenner) noch in dieser Form verwendet. Die Bezeichnung Feber ist fast ausgestorben. Man findet den Feber nur noch in wenigen Heimatkalendern. Diese Ausdrucksweise war wohl lediglich eine sprachliche Anpassung an den Jänner. Im Februar, im Feber,  ist besonders der 2. Tag, das Fest „Mariä Lichtmeß“ bekannt. Am 40. Tag nach der Geburt von Jesus Christus wurde dieses Fest seit Anfang dem 5. Jahrhunderts gefeiert; heut nennt man es „Darstellung des Herrn“. In den kath. Kirchen werden Lichterprozessionen gehalten und Kerzen geweiht. Zahlreichen Wetterregeln sind zu diesem Tag bekannt; z.B.

 

Wenn`s zu Lichtmeß stürmt und schneit,

ist das Frühjahr nicht mehr weit.

 

Lichtmeß im Klee,
Palmsonntag im Schnee!

 

Dieser Tag wurde früher auch zur Information über die Tageshelligkeit (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang) benutzt.

Seit dem Weihnachtsfest, also der Wintersonnenwende, werden die Tage wieder länger. Ein Spruch dazu sagt:

Zu Weihnacht einen Mückenschritt, zu Neujahr einen Hahnentritt; zu Dreikönig einen Hirschensprung und zu Lichtmeß eine ganze Stund.

Übrigens: In weiten Teilen Deutschlands, und in einigen Regionen des Erzgebirges ist es nach wie vor üblich, den weihnachtlichen Schmuck sowohl der kirchlichen wie privaten Räume bis zum 2. Februar stehen zu lassen. So war es auch im Komotauer Land. In anderen Regionen wird häufig bereits kurz nach den Heiligen Drei Königen, am 6. Januar, der Weihnachtsschmuck entfernt.

 

Auch Fastnacht und Achermittwoch fallen in den Februar. In diesem Jahr 2021 fiel zumindest der Fasching aus.

Die Gottesdienste zum Aschermittwoch, d.h. der Beginn der 40tägigen Fastenzeit bis Ostern konnten auch nicht so richtige begangen werden wegen den staatlichen Vorschriften und Vorsichtsmaßnahmen.

Hoffen wir auf eine besseres Osterfest.

Zeit zur inneren und äußeren Vorbereitungen bleibt uns auch in der Corona-Zeit; machen wir was draus!

 

Redaktion GFK, J.Sch.

Farbdia von S. Hennrich 1938

 

 

 

Die Weisen (Könige) aus dem Morgenland ziehen zur Krippe

                                                                                                                     Zeichnung (Scherenschnitt) aus Komotauer Zeitung 12/2020


Das Fest "Heilige Drei Könige" oder nur "Dreikönig" oder auch "Hoch Neujahr"
wird am 6. Januar begangen.

Offiziell nennt man dieses kirchliche Hochfest:
In Epiphania Domini - Epiphanias (ev.) - Fest der Erscheinung des Herrn

In diesen Tagen gehen die Sternsingen durch unsere Städte und Dorfer, um den Häusern und Wohnungen mit den darinnen lebenden Menschen den Segen des Himmels zu bringen. Als die "Drei Weisen aus dem Morgenland" kommen verkleidete Kinder und Jugendliche mit einem Stern, singen oder sprechen die Segenswünsche und schreiben dazu an die Türen:

20*C+M+B+21

                        Das bedeutet auf deutsch: Christus segne dieses Haus; diese Wohnung.

                    Hervorgegangen sind die Buchstaben aus den Namen der 3 Weisen (Königen)

                                                            Caspar - Melchior - Balthasar

 

Weil nun aber in diesem Jahr kaum Kinder an den Türen klopfen werden, um nach dem Segen auch eine Spende zu erbitten, wäre es gut, wenn der Hausvater (oder die Mutter) ein Gebet spricht und die Segenszeichen selbst mit Kreide an den Türsturz  schreiben; dann könnte auch noch eine Spende im Pfarramt abgegeben werden.

 

 

Prosit Neujahr !

Der Görkauer Freundeskreis wünscht allen Heimatleuten und den Lesern dieser Zeilen einen angenehmen Silvesterabend und einen guten Rutsch ins Neue Jahr mit Frieden, Gesundheit und Gottes Segen.

 


 

 

                 

Winterlandschaft bei Ladung im böhm. Erzgebirge

(Foto von 1938)

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Diese Angabe wurde hier hinterlegt, weil der Zähler manchmal nicht funktioniert

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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